Wer gibt, bekommt etwas zurück

Die Welt wird besser, wenn Menschen den ersten Schritt machen

Edith, Sonja, Julia, Anja, Mira, Gaby und Petra
Edith, Sonja, Julia, Anja, Mira, Gaby und Petra

München, 20. September 2018: Zum 13. Mal trafen sich WeltverbesserInnen zum Wortwechsel in violett - dieses Mal im Herzwerk Café und Friseur. Während nebenan geschnitten, gefärbt und geföhnt wurde, fand sich das Team zur Einstimmung und Vorbereitung ein.

 

Als Saalmeisterin war heute Mira Champion die "Herrin" über Tablet, Zeit und Ablauf. Die Fotos schoss Erinnerungsbewahrerin Petra Dombrowski aus allen Winkeln und Perspektiven. Und die Begrüßung und Verabschiedung der Gäste übernahmen Gaby Feile und Edith Roebers höchstpersönlich, als Direktorinnen des ersten und letzten Eindrucks.

Alle Fotos: Petra Dombrowski

Es ging los!

Was es heißt, die Welt zu verbessern, das beschrieb die Moderatorin Edith Roebers in ihrer Begrüßung. Es geht darum, von guten Beispielen zu berichten, die andere nachmachen können, und die konkret das Leben von Menschen oder den Planeten besser machen.

 

Am Ende des Abends rief Edith dazu auf, Geschichten beizusteuern, die erzählt werden müssen. Ab März 2019 gibt es wieder freie Termine für WortwechslerInnen. Dass die Vorbereitung für die Auftritte inklusive aller Materialien enorm professionell und umfangreich ist, das erzählten die heutigen Wortwechslerinnen dem bunt gemischten Publikum.

 

Wir hörten ihre vier ganz unterschiedlichen Geschichten und erlebten einen unfassbar schönen Abend, an dem sich Menschen fanden, die sich sonst wohl nie getroffen hätten: 

Business und Yoga: ein Traumpaar!

Anja Antropov; Wortwechsel in violett;

Anja Antropov nahm uns mit ins Jahr 2009, als die Finanzkrise "tobte". Anjas Unternehmen, in dem sie Kunden aus Russland beriet, war ebenfalls betroffen, und für Anja hieß das damals: noch mehr arbeiten und noch mehr wollen, um das Unternehmen zu retten. Bis ein Burnout sie völlig aus der Bahn warf - für mehrere Monate.

 

Erst als sie verstand, dass es nicht darum geht, zu nehmen, sondern zu geben, fügte sich alles zusammen und Anja schaffte es, ein Unternehmen aufzubauen, das für alle gut ist - auch für sie selbst. Seither nimmt Anja mehrmals im Jahr eine Yoga-Auszeit und bringt ihr Unternehmen in Lichtgeschwindigkeit voran. Weil das in der richtigen Umgebung nämlich viel leichter geht als im Büro. Mit ihren Kunden kreiert Anja ebenfalls eine Routine, in der Unternehmenszeit zum festen Bestandteil wird und Unternehmen florieren. Anja schloss ganz markant mit diesem Satz: "Never start a business just to make money. Start a business to make a difference."

Wie liebevolles Miteinander die Einsamkeit vertreibt

In Sizilien, von wo Sonja Giulianas Familie stammt, werden alte Menschen ins Leben einbezogen. Sie sind Teil von Festen aber auch vom Alltag. Deshalb bewegt es Sonja besonders, dass es in Deutschland so viele einsame ältere Menschen gibt. Als sie vor einigen Jahren die Website eines "Jugendzentrums für Senioren" fand, wusste sie: da will ich dabei sein. Sie nahm Kontakt auf mit den Initiatoren, das waren Abi Ofarim und seine Lebensgefährtin, und war bald Teil des Teams, das Senioren in München mit Speis und Trank, Gesellschaft und Unterhaltung versorgt. "Das Wichtigste", so Sonja, "ist das Zusammenkommen der Menschen." Viele von ihnen kommen täglich in das Café, das vom Verein Kinder von gestern e.V. betrieben wird. Sie treffen auf Gleichgesinnte und manchmal auch auf alte Bekannte. So wie die beiden Männer, die sich während des 2. Weltkrieges als jüdische Kinder kannten und sich "zufällig" hier wieder begegnet sind. 

Ein Becher für Flüssiges

Edith, Josef & Gaby
Edith, Josef & Gaby

Josef Giebl kommt seit über einem Jahr regelmäßig zum Wortwechsel in violett - und war heute zum fünften Mal dabei. Grund genug, ihm unseren Weltverbesserungs-Pokal zu überreichen: einen ökologischen Kaffeebecher, der eine Weltkarte zeigt. Aus diesem kann auch etwas anderes als Kaffee getrunken werden, wie Josef augenzwinkernd bestätigte. Immerhin war er heute, 2 Tage vor der Wiesn, in Tracht erschienen. Da kann man nur sagen: Prost und vielen Dank, Josef!

Weltbürgerin sein - Fluch und Segen zugleich

Julia Margeth Theuer wurde in Deutschland geboren, zog aber schon bald mit ihren Eltern nach Brasilien. Damit wir  nachfühlen konnten, wie es ist, wenn man nicht verstanden wird, nahm sie uns mit auf eine Fantasiereise in ihren dortigen Kindergarten, in dem sie, trotz anfänglicher Sprachschwierigkeiten, schnell Freunde fand. Das machte es ihr leicht, später in Amerika, Frankreich und Niederbayern Fuß zu fassen und sich immer wieder neu zu integrieren. Dennoch wird so etwas nie zur Routine, eröffnete uns Julia. Nie genau zu wissen, wo man hingehört, immer wieder neu anzufangen und den ersten Schritt zu machen, das ist für Julia ganz "normal". "Heimat ist ein Gefühl, kein Ort", sagt sie deshalb. Sie ist eine Weltbürgerin, die in jungen Jahren schon begriffen hat, dass Integration nur beiderseitig funktioniert. 

Wir haben genug!

Dass sie eine Sonnenbrille für mehr als 300 Euro kaufte, das treibt Gaby Feile noch heute die Schamesröte ins Gesicht. Noch schlimmer: weil sie die erste Brille verlor, kaufte sie sich einfach die gleiche nochmals - und trägt die Brille heute nicht mehr. Dieses Schlüsselerlebnis und ihre Zeit in einer WG öffneten ihr die Augen dafür, dass man Dinge nicht besitzen muss, um sie nutzen zu können. Und dass es sich leichter reist und umzieht, mit leichtem Gepäck. Gaby konsumiert seit vielen Jahren bewusst, nachhaltig und ressourcenschonend und kauft viel weniger. "Je länger und öfter ein Gegenstand benutzt wird, desto besser ist seine CO2-Bilanz", erklärt Gaby. Also gibt es bei ihr Bücher aus der Bücherei, Haushalts-gegenstände aus zweiter Hand, Kleidung wird geflickt und Geräte werden repariert. Außerdem kreiert Gaby aus ausrangierten Dingen neue und benutzt diese mit Stolz. Wir sahen eine Gartenschürze, die mal eine Jeans war, eine Tasche aus einem alten T-Shirt undein Schächtelchen aus einer Seite des Ikea-Katalogs. Und: Gaby hatte heute nur Sachen an, die mindestens zehn Jahre alt waren.

Eine weltverbessernde Location

Beim Wortwechsel in violett bringen wir Menschen zusammen,

die die Welt besser machen. 

 

Und wo gelingt das besser als im 

 

Herzwerk Café & Friseur

Kirchenstrasse 90

München Haidhausen

 

20. September 2018 für immer...

Das nächste Mal

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