Tiefe Täler - hohe Berge

Mit Anlauf durchs Leben

Hinten von links: Annegret, Tina, Gaby, Danielle, Krista, Anka Eva. Vorne von links: Max, Naomi
Hinten von links: Annegret, Tina, Gaby, Danielle, Krista, Anka Eva. Vorne von links: Max, Naomi

München, 14. März 2019: Der 16. Wortwechsel in violett fand an bekanntem Ort statt, im Aloha Poke im Werksviertel.

 

Annegret Jennewein-Kobel begrüßte und verabschiedete als fröhliche Direktorin des ersten und letzten Eindrucks alle, die dem stürmischen Wetter trotzten.Quirlige Saalmeisterin und damit zuständig für die Zeit war dieses Mal Anke Eva Krüger. Und bleibende Erinnerungen schuf Krista Posch als visionäre Erinnerungsbewahrerin.

 

Alle iphone-Schnappschüsse: Krista Posch

Höhepunkte ohne Ende

Dienstag: Starkbieranstich auf dem Nockherberg, Mittwoch: Champions League Achtelfinale, Donnerstag: Wortwechsel in violett, Freitag: Weltweite Proteste der #fridaysforfuture-Bewegung. Diese Woche hatte wirklich einiges zu bieten: Und Aufs und Abs waren genauso dabei, wie im "richtigen" Leben.

 

Die Moderatorin Gaby Feile war sich sicher, dass der heutige Abend ein Höhepunkt der Woche ist und freute sich sehr, dass alle Anwesenden die Prioritäten sinnvoll gesetzt hatten. Besonders bemerkenswert: einige von ihnen kamen in Outfits mit violettem Touch. Ein starkes Zeichen!

 

Gaby nutzte heute die Gelegenheit, den Text von Michael Jackson's "Heal the World" in der deutschen Übersetzung vorzutragen. Der King of Pop war ein echter Weltverbesserer - das wurde allen klar, als die Gänsehaut einsetzte.

 

Zum Ende des Abends zitierte Gaby Paulo Coelho, der sagte: "Die Welt verändert sich nur durch dein Vorbild - nicht durch deine Meinung."

 

Leider hatte Edith Roebers kurzfristig absagen müssen, sodass heute nur drei Geschichten zum Weltverbessern anregten. Doch diese hatten es in sich und zeigten, dass nach jedem Tief ein Hoch folgt:

Hitchcocks Dusche

Danielle Marie Armstrong eröffnete den Abend mit einer Geschichte, die zeigte, wie Familienzusammenhalt funktioniert. Ihr Bruder zeigte schon als Dreieinhalbjähriger heldenhafte Züge, als er Danielle den Kauf eines Zauberwürfels ermöglichte. Später half ihm das, eine fast unertägliche Wohnsituation der Eltern mit seinen Geschwistern zusammen zum Guten zu wenden.

 

Ausgelöst durch eine undichte Dusche verloren die Armstrongs Hals über Kopf ihr Heim und mussten sich mit Anwälten, Vermietern und inneren "Dämonen" herumschlagen. Danielle lernte dabei, dass ein Tiefpunkt wie eine Neugeburt ist. Man muss durch den engen Kanal - und bald sieht man Licht.

 

Danielle bekam später die Chance, in ihrem eigenen Leben eine sehr ähnliche Situation mit Kraft und Zuversicht zu lösen. Sie vertraute ganz und gar auf das Leben und darauf, dass es die richtigen Dinge geschehen ließ. Und sie gab uns mit: "Je größer der Schmerz und je tiefer das Tal, desto höher der Berg und umso schöner der Ausblick."

Gesicht zeigen und Farbe bekennen

Es gibt Menschen, die jeden Tag das Gefühl haben, ihnen wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Menschen, die psychisch krank sind, leiden oft auch darunter, dass sie in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen werden. Sie sollen sich nicht so anstellen, ist etwas, das sie häufig hören. Menschen fühlen sich stigmatisiert - und genau das ändern die #Mutmachleute. Tina Meffert hat den Verein mitgegründet und ist selbst betroffen.

 

Mutig erzählte sie uns, dass sie eine bipolare Erkrankung hat, durch die sie die extremsten Seiten des Lebens kennen gelernt hat. Ihr Kollege Max Laufer hatte das Thema bei der gemeinsamen Gründung ihrer Agentur weniger priorisiert als das, welchen Kaffee sie kaufen. Er hat damit gezeigt, dass eine Entstigmatisierung von psychischen Krankheiten recht einfach möglich ist.

 

Gemeinsam sind sie im Verein engagiert und machen Betroffene und Angehörige sichtbar. "Immer mehr von ihnen zeigen auf unserer Plattform ihr Gesicht und erzählen ihre Geschichte - sie sind echte #Mutmachleute", freute sich Tina.

Die wahre Geschichte der Mrs Bush

Naomi Susan Isaacs erzählte uns die beeindruckende Geschichte von Kathleen Bush, die ihre Kindheit geprägt hat. Mrs Bush, die Bushi genannt wurde, war immer da, wenn jemand gebraucht wurde, der die Rolle des "Engels" übernahm: sie hatte die Gabe, den richtigen Moment zu spüren und war so zum Beispiel vor der Hebamme vor Ort, wenn ein Kind zur Welt kommen wollte. Mrs Bush versorgte die Kinder in der Nachbarschaft, putzte die Häuser und übernahm ganz selbstlos viele Aufgaben.

 

Sie selbst war geschieden und ihre Tochter hatte ein uneheliches Kind. Beides galt in den 1950er Jahren als Makel. Sie ließ sich davon nicht beirren, sondern erfüllte ihren Lebenszweck. Dabei war ihr selbst ganz und gar nicht bewusst, welch bedeutsamen Beitrag sie leistete. "I am cleaning houses", war ihre Aussage.

 

Die Tatsache, dass viele Mädchen in der Gegend nach ihr benannt wurden und das Bild, dass sich Menschen auf der Straße mit weißen Taschentüchern versammelten, als sie starb, belegen: Mrs Bush hat ihre Gabe eingesetzt - ganz bescheiden aber wirkungsvoll. "Ihr Charisma, also ihre Gottesgabe, war etwas ganz Besonderes, so wie bei allen von uns", bekräftigte Naomi. Und sie appelierte an uns, scheinbar unsichtbare aber sehr relevante Menschen, wahrzunehmen.

Kribbelt es schon bei dir?

Wir haben einige Links zum Loslegen und Weltverbessern für dich gesammelt. Schau, klicke und tu etwas:

Eine weltverbessernde Location

Im Aloha Poke im Werksviertel fühlten wir uns alle wieder rundum wohl.

 

Die Poke Bowls lieferten die passende Energie, das Team war engagiert, gut gelaunt und sehr unterstützend.

 

Kurzum: wir surften auf der Welle des Glücks. Wie in Hawaii.

 

 

... 2019 für immer...